Teil 1

Ankunft in Shanghai

Mit einer Stunde Verspätung, 8867 km Luftlinie nach Shanghai vor mir, ging es am 3.1.08 in Frankfurt mit AIR CHINA los.
Die Maschiene flog über die Ostsee, St. Petersburg und dann hauptsächlich über Russland quer rüber nach Shanghai. 9100 km Flugstrecke wurden also in knapp 11 Stunden Flug hinter uns gebracht, in ca. 11 KM Höhe und bei frischen Minus 67 Grad Aussentemperartur.
Leider hatte ich mich wohl in London über Silvester etwas erkältet und so brauchte ich alleine 6 Packungen Tempos auf dem Flug. Ich konnte sogar etwas schlafen und als ich gegen 10 Uhr Chinesischer Zeit / 4 Uhr deutscher Zeit aufwachte, waren wir gerade über einer Schneelandschaft, die sehr unwirklich aussah.. leider war meine Cam im Trolly etwas ungünstig, da kam ich nicht dran.

 

Pu Dong Shanghai Airport
Gegen 3 Uhr Chinesischer Zeit sind wir dann gelandet und schon beim Aussteigen merkt man, das hier der Kommunismus einen recht starken Einfluss hat. Gleich beim Ausstieg standen die ersten Uniformierten und auch sonst standen die überall herum und beobachteten die Pasagiere. Man muss noch 2 Ankunftskarten ausfüllen, die man dann an verschiedenen Kontrollpunkten abgeben musste. An der Passkontrolle habe ich leider die langsamste Schlage erwischt (8 Türken hielten alles auf).
Als ich dann endlich meinen Koffer holen konnte und auch durch die letzte Kontrolle durch war, haben meine Kollegen schon alle auf mich gewartet und dachten, das man mich rausgezogen hatte. Dem war aber glücklicherweise nicht so :)

Also, ab zum Auto und unser chinesischer Fahrer hat uns dann gut nach Shanghai gefahren... aber wie! In Deutschland hätte man wahrscheinlich allen den Führerschein genommen oder es hätte dutzendfach geknallt, auch bei uns war es 2 mal sehr eng.
Mit viel Hupen und Aufblenden wird hier rumgefahren.
Da wird links und rechts überholt, ständig sehr sehr knapp die Spur gewechselt und auch Sicherheitsabstand kennen die hier nicht. Die 4 spurige Autobahn wurde schon mal stellenweise 5 Spurig gemacht. Die Autos sind aber erstaunlicherweise recht unbeschädigt, da hab ich in Neapel schlimmeres gesehen ( Dort waren 9 von 10 Autos verbeult, Spiegel ab, etc)
Sehr viele Autos haben bis auf die Frontscheibe alles getönt. Und es fahren Autos und vorallem LKW's rum, die auf deutschen Strassen keinen Meter fahren dürften.
Langsam wurde es dunkel, doch nur die wenigsten dachten daran, das Licht anzumachen. Erst wenn es wirklich fast Dunkel ist, werden die lichter angemacht.
Helmpflicht scheint es keine zu geben und auch keine Lichtpflicht bei Fahrrädern.
Der Größere hat vorfahrt und somit achtet beim Abbiegen auch keiner auf Fahradfahrer oder Rollerfahrer. Hammer, das da anscheinend nicht so viel passiert.

Als erstes gings für mich ins Office, Leute vorstellen (es arbeiten ca 15 Chinesen im Office in Shanghai) und dann gleich die ersten Sachen besprechen.
Gegen 21 Uhr gings dann endlich ins Appartment.

 

Wohn und Schlafbereich
Küche 
Badezimmer
Das Appartment ist schön, modern eingerichtet und ist im 28 Stock. Es ist größer, als es auf den Bildern aussieht, war aber sau kalt und die Klimaanlage blies nur kalt.. Na ja, hab ich halt mit Gasherd und Fön eingeheitz, da ich keine Lust mehr hatte, runter zur Recepzion zu fahren.
Ich bin froh, meinen eigenen Laptop dabei zu haben, denn hier hab ich Internet for free und ich kann meine DVD's schaun, die der DVD Player hier im Zimmer nicht abspielt :(
Leider sind hier im chinesischen Internet einige Seiten gesperrt, wie z.B. YOU TUBE, WIKIPEDIA oder auch sämtliche Blog-Seiten.
Deshalb bin ich mit meinem Blog jetzt hierher ausgewichen.


05.01.08 - 1 Tag
Vom Frühstücksdienst um 9 Uhr aufgeweckt, habe ich fast den ganzen Tag im Bett verbracht, um die oben genannte Grippe auszuschwitzen. Mittlerweile kam dann auch ein "Hausmeister", der die Klimaanlage auf Warm gestellt hat, so dass es nun schön angenehm ist.
Frühstück war eigentlich recht lecker, Weissbrot, Spiegeleier, Saft (undefinierbar), Obst, kleine Küchlein und Weissbrot mit Marmelade. Das wird es nun wahrscheinlich jeden Tag geben :)

Fernsehen ist echt witzig. Hier gibt es "Wer wird Millionär", Superstar Castingshows und ich habe sogar nen BAP-Konzert gesehen!!
Leider versteh ich absolut nix und auch Sportkanäle, auf denen das Eurosport Programm gezeigt wird oder auch Deutsche Bundesliga oder englische Premier Legue wird alles auf Chinesisch kommentiert.
Immerhin konnte ich sehen, wie Stuttgart die Münchner mit 3:1 platt gemacht hat :)

Abends war ich dann noch schnell im Supermarkt um die Ecke. Sehr komisch, dort einzukaufen. Einige Sachen erkennt man an der Farbe oder am Logo, den Rest muss man sich denken.

 

Auch chinesische Hunde und Katzen wollen lecker essen Der Farbe und dem Logo nach könnte es KNORR sein :)

 

 

Wie gut, das ich mir auch ein paar Suppen aus Deutschland mitgebracht habe, so das ich für die Anfangszeit erstmal gerüstet bin.
Jacky Chan macht Werbung für Rasierklingen, Mandarinen sind einzeln eingeschweisst und Joghurt gibt es im 1Liter Tetrapack.
Aber viele Sachen sind um einiges Billiger als in Deutschland.

 

 

Abends fiel dann noch während des Duschens auf meinem Stockwerk der Strom aus. Mit Durchlauferhitzer sollte man dann schnell schaun, das man den restlichen Schaum aus den Haaren bekommt, sonst wird es kalt :) Nach 15 Min war der Strom dann wieder da.....

06.01.08 - 2. Tag
S
o, den zweiten Tag habe ich wieder im Bett verbracht um diese scheiss Grippe auszuschwitzen. Es geht etwas besser, aber es könnte schneller gehen. So habe ich aber Zeit, diesen Blog zu programieren und online zu stellen, hat ja auch was für sich :)

 

Hey, schon wieder Stromausfall.. das scheint hier ja schwer in Mode zu sein.. wieder 15 min..

 

 

07.01.08 - 3. Tag

Erster Tag im Office. Erstmal geschaut, was wie wo abläuft, Unterlagen angesehen, besprochen, wo es die nächsten Tage hingeht und viele Musterteile kontrolliert und nach Deutschland verschickt. KONTROLLE, das wird wohl in den nächsten Monaten hier mein Hauptjob sein. Muster kontrollieren, Kommentare schreiben, aber auch direkt in den Produktionsstandorten nachschauen, wie es da abläuft. Morgen hab ich gleich die erste Gelegenheit dazu. Da gehts dann nach Su Zhou.

Montags ist der Smog hier am geringsten, hab ich momentan den Eindruck, vielleicht, weil am Wochenende nicht so viel Verkehr in der Stadt war. Jedenfalls kann man etwas blauen Himmel sehen und die Sonne sehen!!
Mittags hab ich mich mal etwas umgesehen rund um mein Office. Viele Geschäft, auch viele Westliche Labels wie G-Staf, BOSS, ONIQLO, Swatch und viele mehr sind mit eigenen Shops vertreten.
Ein Tip, wenn man über die Strasse geht: IMMER MINDESTENS EINEN CHINESEN ALS PUFFER ZWISCHEN DIR UND DER RICHTUNG, AUS DER DIE AUTOS KOMMEN, dann ist man eigentlich sicher :)

 

 

 08.01.08 - 4. Tag

Heut ging es also zum erstem mal raus, nach Su Zhou, einem Vorort von Shanghai, ca 1 Std. östlich mit dem Zug. SU ZHOU liegt in der Provinz JIANG SU, was soviel wie "Gegend mit viel Reis, Fisch und Seen" bedeutet.
Auch hier war leider der Smog der Stadt immernoch bemerkbar, was aber auch kein Wunder ist bei den ganzen alten Karren und LKW's, die da so rumfahren. Ich denke, die wenigsten davon haben einen KAT. Was mich überrascht hat ist, das alle Roller Elektroroller sind. Ich erfuhr, das in Stadtgebieten Motoroller verboten wurden, um etwas gegen den Smog zu unternehmen, na ja, immerhin ein Anfang.
In Su Zhou gibt es eine berühmte Altstadt und verschiedene Gärten und Parks und die Stadt ist ein beliebter Touristenort. Durch die vielen Kanäle, die duch die Stadt führen, wird SU ZHOU auch "Venedig des Ostens" genannt. Auch wurde hier der Vorgänger der chinesischen Oper erfunden. Woher ich das alles weiss? Tja, mein ständiger Begleiter und übersetzer ist Dr. der Geschichte, wenn ich ihn richtig verstanden habe und kann mir einiges über Land, Leute und Geschichte dieses Landes erzählen, dazu in nächster Zeit bestimmt noch mehr :)
Als erstes Fuhren wir direkt zur Firma, die heute auf dem Programm stand.

Nach einer kurzen Begrüßung ging es gleich an die ersten Muster, die wir hier fertigen lassen und die es zu begutachten gab. Ein paar Sachen waren sehr gut, andere nicht, so das ich auch einiges zu bemängeln hatte.. leider.
Dann erstmal Mittagessen mit der Geschäftsleitung. Es sah alles sehr lecker aus und ich habe auch einiges probiert (Mama, du währst stolz auf mich :) )nicht ohne jedoch vorher nachzufragen, was es ist. Man muss ja nicht alles probieren.
Es waren sehr viele neue Geschmäcker dabei und ich bin schon gespannt, wie mein Magen in den nächsten Tage reagiert :)

 


Hier wird im Accord genäht


Hier werden die Kleidungsstücke kontrolliert und Knöpfe von Hand angenäht

Nach dem Essen wieder rüber, nun die Produktion ansehen. Wo und wie wird zugeschnitten, Kontrollen, wie wird zusammengenäht, etc. Auch hier wurden mit den Vorarbeitern noch mal Details besprochen, die für uns ganz wichtig sind und auf die dringend geachtet werden muss, da wir unsere Muster sonst schwer verkaufen können. Sie zeigten sich verständnisvoll... na ja, ich bin gespannt, wie die nächsten Muster aussehen.
Nachdem ich noch etwas im Showroom gestöbert habe und ein paar neue Muster bestellt habe, sind wir dann zurück in die Stadt. In den 2 Stunden, bis unser Zug abfuhr, bekam ich noch eine kleine Stadtführung, den LINGERING GARDEN, TIGER HILL und die ALTSTADT zu sehen.


Männliche Drachenstatue

Vor TIGER HILL mit schiefer Pagode

Im Bonsaigarten des LINGERINE GARDEN

Momentan ist ja auch hier Winter, somit die meisten Planzen nicht da oder kahl. Ich denke, ich werde definitiv im April oder Mai hier nochmal rausfahren und mir den TIGER HILL und LINGERING GARDEN in voller Blüte ansehen.
Nachdem wir dann noch einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt von SU ZHOU gemacht haben, ging es mit dem Zug zurück nach Shanghai und dann mit der U-Bahn zurück zum Appartment.
Die U-Bahn wurde erst komplett modernisiert und es fahren riesige Züge unter Shanghai hindurch. Täglich nutzen bis zu 4 Millionen Menschen die U-Bahn. Morgen gehts dann vom Südbahnhof zum nächsten Termin. Der Südbahnhof ist erst Ende 2007 eröffnet worden und soll riesig sein. Na ja, ich werde es morgen sehen und berichten :)
Auf dem Weg nach hause bin ich dann noch eine Station früher ausgestiegen und den Rest heimgelaufen. Somit hab ich dann noch etwas vom Stadtleben mitbekommen, da werde ich aber ein andermal noch mehr schreiben.

Habe gerade noch
mehr Bilder online gestellt..

09.01.08 - 5. Tag

Heute morgen ging es nach Jiwu, ca 300 km südöstlich von Shanghai, wieder mit dem Zug, aber leider einem nicht ganz so schnellen wie gestern. Mit Verspätung waren wir heut morgen also schon mal gute 3 Stunden unterwegs. Jiwu lieg in der Provinz ZHE JIANG, was übersetzt soviel bedeutet wie: "Zickzack Flüsse und Berge"

Aber zuersteinmal musste ich ja erstmal mit der METRO (U-Bahn) zum Südbahnhof kommen. Juhu, wenn man fast nix lesen kann. 2x Umseigen hat dann aber doch ganz gut geklappt und auch Edward habe ich am besprochenen Punkt getroffen.
Der Südbahnhof ist erst vor ein paar Wochen eröffnet worden und ist eine riesige runde Kuppel, unter der die Schienen durchlaufen.
Nach ca. 2 Std fahrt ging dann sensationeller Weise auch
endlich mal der Smog etwas weg, so dass man auch etwas weiter als 50 m schauen konnte.
Im Zug kam so nen Süßigkeitenwagen vorbei und ich hab mich mal an schräge Chips getraut: Geschmacksrichtung: "Green Cucumber Flavor"
Das schmeckt mal sowas von schräg!! keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll...


Shanghai Südbahnhof
                                              Ungewöhnliche Chips >>>>>>>>>>>>>

Jiwu Bahnhof


Was mir auf der Zugfahrt auffiel war, das glaub ich ganz China eine riesige Baustelle ist.
Überall wird gebaut, gepflanzt, Stassen planiert, Mauern gezogen, alte Gebäude abgerissen, neue Hochhäuser in den Himmel gezogen.
Dementsprehend schaut es aber auch wild und staubig aus, überall Erd- und Steinhaufen, überall ganze Gruppen von Arbeitern, die irgendetwas bauen. Viele, ich denke private Häuser schauen aber auch danach aus, das jemand angefangen hat zu renovieren, dann aber keine Zeit mehr hatte, es fertig zu bringen.
In Jiwu am nagelneuen, futuristischen Bahnhof angekommen, wurden wir von einem 7er BMW der Firma abgeholt. Dieses Auto ist hier eines der teuersten Autos, die rumfahren. In Jiwu habe ich aber noch mehrer Autos in der Preisklasse gesehen und Edward erzählte mir, das die Stadt zu 90% aus Industrie und Handel besteht. Die Leute wohnen quasi in der Firmen. Überall sieht man neue Industriegebäude und Wohnhäuser. Die Stadt wurde erst in den letzten 10 Jahren geschaffen, davor standen dort nur ein paar Bauernhöfe.
Nach einem schnellen Mittagessen beim MC Donalds gings dann ab in die Firma.
Die Firma stellt hauptsächlich Unterwäsche her, alles "Fully Fashioned", das heisst, die Strickmaschienen werfen ein schon fast fertiges Teil aus. Es müssen nur noch z.B. Träger und/oder Spitzenbesatz an Tops oder Ärmel bei T-Shirts oder Zwickel bei Unterhosen eingenäht werden.
Wieder das selbe Spiel, kurzes Vorstellen, dann ab in den Meetingroom, Samples anschauen, ändern, diskutieren, Termine ausmachen. Noch etwas im Showroom umgesehen, dann noch die Produktion angeschaut und dann mussten wir auch schon wieder los, da der Zug nicht wartet.
Nach 3 Stunden waren wir wieder zurück im Smog von Shanghai.
Morgen gehts wieder ins Office, die letzten Tage besprechen und Konzepte für die nächsten Tage ausarbeiten.

 

So long from Shanghai...


10.01.08

Den heutigen Tag habe ich nur im Office verbracht, die letzten Tage besprochen und die nächsten Tage geplant.
Dennoch habe ich mal wieder was erlebt :)
In der Mittagspause bin ich mal wieder losgezogen um mir eigentlich etwas vom MC Donalds zu holen. Auf dem Weg dorthin kam ich an einem Strassenhändler vorbei, der Musik-CD's verkauft. Alles Originale, wie man auch an den CD's sehen konnte. Neben mir ein Europäer, der sich als Marco herausstellte. Marco ist geschätze mitte 40 und hat eine eigene Firma für Industriefussböden. Er kannte den Verkäufer der CD's schon, sagte ihm, das ich sein Freund sei und schon hab ich auch gleich mal noch nen billigeren Preis pro CD bekommen.. na ja, pro Album CD umgerechnet ca 1,50€ ist ja eh eigentlich nix. Hab mir also so schnell mal 13 CD's für nicht mal 20€ gekauft und dann sind wir in die selbe Richtung losgegangen. Wir sind so nen bischen ins Gespräch gekommen, ich sagte, das ich erst ganz neu in Shanghai bin und mir eigentlich was beim MC holen wolle. Da er auch noch was essen wollte, hat er mich glatt mitgenommen und wir sind gleich um die Ecke zum Japaner gegangen.
Im 9ten Stock eines Einkaufszentrums.... ein Ort, wo ich sowas eigentlich nicht erwartet hätte.
Auf einer Karte mit Bildern haben wir dann etwas ausgesucht und schon kam ein Koch daher, der uns dann vor unseren Augen das Essen frisch zubereitet hat. Es gab: Fisch, Muschel, 2 verschiedene Filetarten, grüner Spargel, Kohl, Reis, Suppe und verschiedene Sossen. Plus einer Cola für ca. 4,30€ !!!!! HAMMER!!
Da werde ich wohl in Zukunft öffter mal essen gehen.


Frisch zubereitet und wirklich lecker. Oben nur ein Teil des Essens. Und ich hab sogar mit Stäbchen gegessen, es wird immer besser :) ich muss also nicht verhungern.


Um den Tag noch etwas abzurunden, hier noch etwas Informatives über China:
China hat mit geschätzten 1,4 Milliarden, also 1 400 000 000 Einwohnern eine gewalltige Einwohnerzahl, aber wo wohnen die?
Chinesische Städte sind riesig, Orte mit 100 000 Einwohnern gelten als Kleinstädte.Für Peking, hier BEIJING genannt, weisen offizielle Statistiken 13,8 Mio., für Shanghai 16,7 Mio., für Chongqing sogar 30,9 Mio, Einwohner aus (Und das sind die Zahlen von 2004!). Die Flächenangaben der Städte sind noch beeindruckender: Peking ist mit 16 800 km² größer als Schleswig-Holstein, Shanghai mit 6349km² 7x  so groß wie Berlin (obwohl hier ca. 3Mio. mehr Menschen wohnen als in Beijing!!) Chongqing hat als Stadt noch mal 12 000 km² mehr als Deutschlands größtes Bundesland Bayern! Dabei werden aber auch alle Vororte mit dazugezählt, so das die Einwohnerzahl über die eigenliche Größe der Stadt nichts aussagt.
Vor dem Ende des 25 Lebensjahres bei Männern und 24 bei Frauen darf nicht geheiratet werden (es soll die steigende Bevölkerungszahl etwas verlangsamen). Auch ist nur ein Kind pro Familie zulässig. Wer doch ein 2tes bekommt, muss mit Strafen rechnen. Da viele Familien lieber männlichen Nachwuchs haben, um ihrer Familie die Zukunft zu sichern, werden weibliche Föten gerne abgetrieben, um beim nächsten Mal einen besseren Schuss zu landen. Daraus ergibt sich in absehbarer Zeit, das es mehr Männer für immer weniger Frauen geben wird. Gut für die Frauen, die können sich den für sich besten Mann raussuchen, schlecht für die Männer, sie finden evtl. keine Frau und können sich und ihre Familie doch nicht fortpflanzen.. Dumm gelaufen, würde ich sagen :)


Und noch eine Anekdote aus dem Alltag:
Die Aufzugtüren hier gehen so schnell hinter dir zu, das sie einem schon fast die Hacken einklemmen. Dennoch hämmert immer einer auf dem "Türe schliessen" Knopf des Aufzuges ein.... :)

 

11.01.08

Heute ging es mal wieder raus, um eine Firma zu besuchen. Um 7 ausser Haus, erwischte ich heute den wohl ängstlichsten Taxifahrer von Shanghai, ich glaub, er hat das noch nicht so lange gemacht. Normalerweise nutzen die Taxifahrer hier jede Lücke, um sich mit ihrem Taxi schnellstmöglich fortzubewegen, Hupen und Aufblenden inclusive. Auf Fahrradfahrer und Fussgänger wird eigentlich nicht geachtet, sondern so knapp zwischen den Leuten durchgefahren, das es mich schon oft gewundert hat, das da keiner am Auto klebt, wenn ich aussteige. Jedenfalls hat der Fahrer heut morgen aber auch JEDEN vorgelassen und alles über die Strasse fahren lassen, was da so kam. Somit hatten wir die 2,5 km zum Office also nur Hupende und Aufblendende Autos um uns rum..
Anyway, habe meine Cheffin abgeholt und dann sind wir mit einem anderen Taxi zum Bahnhof, um mit dem Schnellzug ca 300 km nord östlich nach Nanjing zu fahren. Nanjing ist die Hautstadt der Region JIANG SU, wo meine erste Reise ja auch schon hinging. Ausserdem war NANJING einst Hauptstadt von China, ehe sie von Peking abgelöst wurde. Wie, Warum und Wann muss ich noch rausfinden.
Allgemein war heut kein toller Tag. Konnte heute morgen von meinem Zimmer die Autos auf der Strasse nur schemenhaft erkennen, so dicht war der Nebel/Smog heute.
Also, ab mit dem Zug in die Stadt, dann erstmal ins Office, die Leute dort kennengelernt, ein paar Muster angesehen, dann ab zur Näherrei, dort etwas umschauen und auch noch mal Muster angesehen. Dann wieder zurück zum Bahnhof, auf den Zug gewartet und dann zurück nach Shanghai. Im Bahnhof war so eine feuchte Luft ( es hatte auch mittlerweile angefangen zu regnen), das es an den Oberleitungen zu heftigen Kurzschlüssen kam. Es hat ordentlich geknallt, die ganze Halle war weiss erleuchtet und er hat kurz danach voll verkokelt gestunken, keine Ahnung, vielleicht ist auch was in die Leitung geflogen. Wir waren jedenfalls froh, als wir den Bahnhof verlassen hatten.
Zurück in Shanghai hatte sich der Nebel etwas verzogen und man hat wieder etwas von der Skyline erkennen können.
Ich weiss, heute wars nicht so spannend...
Fotos kommen morgen.
Greezzz

12.01.08
Nachtrag zu Freitag: Als wir auf den Zug gewartet haben, haben wir uns zum MC reingesetzt und etwas gegessen. Auf der Anzeige über deer Kasse war eine "Kirschtasche" zu sehen. Nachdem diese in D leider von ein paar Jahren vom Markt genommen wurde (aus was für Gründen auch immer) Hab ich mich schon gefreut und gelich mal eine gekauft.
Nach dem Essen also "Kirschtasche" ausgepackt und herzhaft reingebissen....... seltsam.... garnicht süß... hat also echt komisch geschmeckt. Nach einem Blick auf den Kassenzettel kam die Antwort: RED BEAN PIE !!! Was es nicht alles gibt....
SAMSTAG: Heute war das Wetter nicht so toll, also, lange geschlafen, war ja gestern erst um 22 Uhr zuhause.
Ein guter Freund eines meiner besten Freunde ist momentan auch in Shanghai, wir haben uns also schon vor ein paar Tagen angeschrieben und nun also ausgemacht, wir gehen feiern. Im ATTICA legte ein DJ aus Ibiza auf, also nix wie hin.


Da die METRO aber nicht mehr fuhr, musste ich mit dem Taxi hin. Sicherheitshalber hab ich mir mal die Adresse vom Club rausgeschrieben, auf chinesisch !!! :) Habs dann noch vom Portier kontrollieren lassen und der Taxifahrer hats ohne Probleme gefunden.. ich war echt stolz auf mich :)
Mit IRO auf dem Kopf fällt man hier echt noch 100x mehr auf als in Europa, als ich aus dem Taxi stieg ( 6km für 23 Yen, ca 2,10 Euro) und 4 Türsteher mich erst mit verwunderter Miene anschauten, wurde mir schon etwas mulmig. Nachdem aber dann alle grinsend die Daumen hoben, gings mir wieder besser.
Der Club ist im 11ten Stock, direkt am Fluss. Er hat auch eine Dachterasse, die aber wahrscheinlich nur im Sommer offen hat. Der Ausblick über die Stadt dürfte von dort aus toll sein. Anfangs wurde RmB gespielt, ging aber so langsam in richtig schönen Ibiza House und Electro über. Hier lässt es sich feiern, auch wenn die Geträngepreise, anders als im Großteil von Shanghai, hier doch eher westlich sind, also 45 Yen für ein EVIAN, nur mal so als Beispiel.
Die Gäste hier sind ca. 70% Asiaten und der Rest, sagen wir mal von all over the world. nachdem ich 2 Mädels aus der Ukraine und Russland kennengelernt habe, bin ich dann mit denen noch in eine weitere Bar/Club gezogen, das WINDOWS. Augen zu, und der Club hätte auch in London sein können. Viele Nicht-Asiaten und auch viele Farbige hier, was mich etwas überrascht hat, aber OK. Die Preise hier waren dann schon wieder eher Shanghai-like :)

13.01.08
Sonntag wieder trübes Wetter, also schön im Bett gechillt und DVD's geschaut.

14.01.08
Aufgestanden, WOW, die Sonne scheint. Da steigt die Stimmung. Nach tagelangem Nebel nun endlich wieder etwas Licht. Der Nebel war sogar so schlimm, das die Autobahnen und der Flughafen Pu Dong Shanghai geschlossen wurden.
Wieder ein Tag im Office.
Jede Menge Muster kontrollieren, die dann nach Deutschland geschickt werden.
In der Mittagspause bin ich mal wieder um die Häuser gezogen.
Nebenan im Einkaufszentrum hab ich mich mal etwas umgesehen, da ich für Ausflüge in die Provinz einfach nicht die richtigen Schuhe dabei habe.
Dabei bin ich auch an einem CD und DVD Laden vorbei gekommen. DVD's, original mit Englischer Tonspur von neuen Hollywood Blockbustern für gerade mal 25 - 40 Yen!!! Für diesen Preis bekommt man sie nicht mal nach Jahren im Schlussverkauf bei uns!!


Chinesisches Kaufhaus

2 der momentan höchsten Gebäude weltweit


Nach der Arbeit dachte ich mir, mal nicht mit dem Taxi heim sonder zu laufen... und nicht an der Hauptstrasse sondern rein in die kleinen Gassen mit den kleinen Läden, sonst seh ich ja nix :)
UNGLAUBLICH! Überall kleine Lädchen (aber was für welche!! Muss das nächste mal unauffällig Pics machen...), wo man allemöglichen Dinge kaufen kann, Stifte, Accessoirs, Essen, Klamotten. Habe einen coolen kleinen Laden gefunden, der Einzelstücke von Namhaften Labels verkauft... nicht alle, aber er hat mir gesagt, was gefakt ist und was nicht ;) Und bei Klamotten kann ich das auch größtenteils erkennen.
Sitze nun also mit meinem nagelneuen AVIREX HOODY mit Kunstfell in der Kaputze (schön warm im kalten China) an meinem Laptop, für schlappe 190 Yen!!! Da konnte ich nicht Nein sagen. Und selbst wenn es kein Original sein sollte, was ich mir nicht vorstellen kann, ist es immernoch ein Hammerteil für kleines Geld.
Ansonsten gibt es überall kleine "Reststaurants", wo ich lieber nicht in die Küche schaun will und die Ihr Geschirr auf dem Bürgersteig waschen (die Waschbecken sind aus Platzmangel aussen ans Haus drangebaut, kleine "Frisörsalons", wo die "Frisörinnen" mit Miniröcken drinsitzen und dir alles andere bürsten, nur nicht deine Haare auf dem Kopf. Was ich hammer finde ist, das man diese wirkliche arme Gegend zwischen den größten Hochhäusern der Welt findet, der Kontrast hier ist unglaublich. Hier die Baracke, wo die Menschen ohne Heizung leben, direkt daneben ein neuer Wohnkomplex, 30 Stockwerke und rundrum bewachtes Gelände. Aber an jeder Wohnung aussen sind die Klimaanlagen drangebaut. Was hier an Energie verschwendet wird ist auch unvorstellbar. Ich sitz in einem relativ neuen Gebäude, aber durch die Fensterrahmen zieht es wie Hechtsuppe und auch die Wände sind Eiskalt, Isolierung absolute Fehlanzeige. Das ist für mich als Europäer nicht verständlich.

So, das wars für heute :) Morgen gehts wieder in eine Firma, die jedoch in einem Aussenbereich von Shanghai ist. Also keine große Rumfahrerei morgen :)

 

15.01.08
Von wegen, keine große Rumfahrerei... 2,5 Stunden mit dem Auto durch Shanghai's Verkehr, was an sich schon spassig ist, aber mit einem Fahrer, der mit seiner Hupe verheiratet ist und nen Gasfuss hat, wird es dann schon interessant.... ich sag nur, Lückenspringen auf einer Bundestrasse in Deutschland ist Kindergarten dagegen. Auf der 4 spurigen Autobahn wird fast alle 10 Sekunden die Spur gewechselt, Überholt wird links und rechts und wenn alle 4 Fahrstreifen voll sind, wird auch gerne der Standstreifen mitbenutzt. Bei JEDEM Auto wurde gehupt, denn der Andere könnte ja auch mal wieder die Spur wechseln. 2 mal war es auf meiner Seite verdammt knapp, ich hab nichtmahlmehr die Stossstange des anderen Autos gesehen, das war Milimeterarbeit, definitiv. Nach dem wird bei der Firma angekommen sind, gigs erstmal wieder los zu Essen, und der Fahrer hatte verdammt Hunger. 2 spurige Einfallstrasse zum Ortskern und der Kerl heizt mit knapp 100 Sachen auf dem Standstreifen am stockenden verkehr vorbei, hupend und blinkend wie sonstewas. Auf der Autobahn fällt das nicht so auf, aber wenn du hupend durch die Stadt gefahren wirst, fühlt man sich schon wie nen VIP.
Zum essen ging es in ein Restaurant, welches allerdings etwas anders war als üblich. Im Ergeschoss war nen grosser Raum mit vielen Tischen, die aber alle leer waren.
Im ersten Stock gab es dann einzelne Räume, wo jeweils ein Tisch und Stühle drin standen und man dann im Raum bedient wurde. Wieder gab es verschiedene leckere Sachen, von denen ich einige probiert habe. Was ich hier eigentlich toll finde ist, das es ca 10 Gerichte für alle gibt, die alle auf einem großen Drehteller stehen und man kann alles probieren. Vom hygienischen Gesichtspunkt allerdings wird es dann nicht mehr sooo toll, wenn man bedenkt, das jeder mit seinen Stäbchen im Essen rumstochert.. deshalb TIP für den nächsten Chinaaufenthalt: Immer gleich am Anfang genügend auf den Teller Schfeln, damit man nicht nachladen muss und diesen Punkt umgehen kann.
Ach ja, ich kriegs mit den Stäbchen schon ganz gut hin, bin derzeit auf dem Schwierigkeitslevel ERBSE...
Nach dem Essen wie immer in die Firma, und ich glaube, der Fahrer hatte immernoch Hunger.
In dieser Firma waren wir noch nie, deshalb haben wir uns alles etwas genauer angesehen und uns genau umgesehen. War sehr interessant mal wieder.
Als der Fahrer dann wieder kam, um uns zurück zu fahren, hatte er es endlich geschafft; er hatte ne Schramme hinten Rechts reingefahren und diskutierte gerade mit seinem Chef, wie das passiert ist... wunderte mich überhaupt nicht bei seinem Fahrstil. Nach 2,5 Stunden waren wir dann endlich wieder sicher zurück in SH.

 

16.01.08
Tag im Office, nix besonderes.
Abends kam es dann zum "Mittwochstreff" in Shanghai ( Hab mich letztes Jahr immer Mittwochs in London mit meinen Freunden getroffen, deswegen eine witzige paralelle)
Treffpunkt war die MURAL-Bar, wo ganze 2 Deutsche saßen. Mit einer Amerikanerin und einer Chinesin. Daneben noch ein Tisch mit Leuten, die ich gleich danach begrüßt habe, weil ich dachte, sie gehören auch zum treffen, Denkste, das war ne Gruppe Amis, die mich ganz verdutzt ansahen, was ich sie jetzt begrüße und mich vorstelle. Nachdem ich dann aus dem Fettnapf raus bin und mich an "meinen" Tisch gestzt hab, kamen dann auch langsam ein paar mehr Deutsche. Nach ca 2 Std. entschieden wir uns dann noch ins ZAPATA zu gehen, einem sehr bekannten Club/Bar hier in SH. Nachdem die MURAL-BAR eher etwas Indisch daher kam, ist das ZAPATA eher Spanisch/Mexikanisch aufgezogen, aber mit Europäischer Musik. Waren auch viele Europäer dort und wir haben auch noch nen paar Deutsche kennengelernt, aber auch Chinesen, Schweden und Franzosen. Um halb 1 ging es dann heim, mit dem Taxi ca 7 km für 3,20 €, da kann man nicht meckern. Vor dem Klub standen dann noch die Leichten Mädchen herum, die einen Platz zum schlafen gesucht haben, aber sowas schlepp ich mir nicht mit nach Hause. Resümee des Abends: beides nette Bars, wo ich gerne mal wieder hinschauen werde.

 

17.01.08 + 18.01.08
Beide Tage im Office verbracht, Muster Kontrolliert und noch vieles Mehr.
Abends dann eher nen Ruhigen, da es ja am Samstag Abends wieder auf Tour geht.

 

So, das wars mal wieder... morgens gehts erst zum Japaner Essen mit ein paar Leuten und danach wieder ins ATTICA, wo ein DJ aus London auflegt :)

19.01.08
Samstag, erstmal ausgeschlafen, dann zum Fenster rausgesehen: Regen, grau in grau.. super.. also wieder ins Bett, weiter gegammelt :) Muss auch mal sein. Dann noch ne DVD geschaut und etwas gelesen. Abends dann fertig gemacht, um mit ein paar Leuten erst am HongKong Square essen zum Japaner zu gehen und anschliessend wieder ins ATTICA, wo GUY WILLIAMS aus England auflegte und wie sich herausstellte, auch noch
VIRGIN Boss Sir Richard Branson eine PromoParty füer seine Fluglinie gab, die er auch noch selbst besuchte. 2 Storys dazu am Rande: Sir Branson und Englands Premier Gordon Brown saßen beide in einer Maschiene der British Airways und warteten auf den Abflug von Heathrow (London) nach Peking und sahen zu, wie die Maschiene aus Peking bruchlandete. Schon hart, wenn man das kurz vor dem Fliegen selbst mit ansieht... Zweitens hat die British Airways die höchste Kofferverlustrate der Welt. Dementsprechend cool flog Sir Branson nur mit Handgepäck, damit seine Sachen sicher nicht verloren werden.

 

Weitere interessante Infos zu Sir Branson:

Der britische Milliardär Sir Richard Branson ist immer für außergewöhnliche Aktionen gut: Im US-Bundesstaat New Mexico lässt der Weltrekordjäger derzeit den ersten Weltraum-Flughafen für kommerzielle Ausflüge ins All bauen, in Großbritannien mischte er die etablierte Mobilfunkbranche mit einer eigenen Prepaid-Marke (Virgin Mobile) auf, zuletzt eröffnete er eine kommerzielle Blutbank für Stammzellen, in der Eltern neugeborener Kinder genetisches Material aus dem Nabelschnurblut in Stickstofftanks einfrieren lassen können – und jetzt kündigte Bransons

Virgin-Konzern an, dass der erste Flug einer kommerziellen Verkehrsmaschine mit Biosprit unmittelbar bevor stehe.

Und Branson wäre nicht Branson, würde er nicht gleich das größte Exemplar seiner über hundert Maschinen umfassenden Verkehrsflugzeug-Flotte für den bislang einmaligen Versuch auswählen: eine Boeing 747-400. Im kommenden Monat soll die langjährige Königin der Lüfte einen Demonstrationsflug vom Londoner Flughafen Heathrow nach Amsterdam absolvieren und dabei statt Kerosin Biosprit verbrennen. Ziel des Projekts sei es, den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid durch den Flugverkehr zu verringern, erklärte ein Virgin-Sprecher am heutigen Montag in London. Virgin arbeite dabei mit Boeing und dem Triebwerkshersteller

General Electric Aviation zusammen.

 

Um welche Art von Biosprit es sich bei dem Virgin-Testflug handeln wird, ist bislang nicht bekannt. In der Branche haben derzeit jedoch Meeresalgen Hochkonjunktur, aus denen sich infolge des schnellen Wachstums pro Hektar deutlich mehr Öl gewinnen lässt, das Grundlage für den dieselähnlichen Biokraftstoff ist, als etwa aus Raps oder Sojabohnen. Doch die Nutzung von Biosprit als Kerosin-Ersatz hat auch ihre Tücken: So ist es etwa alles andere als trivial, den Treibstoff technisch so zu verändern, dass er auch bei Temperaturen von minus 50 Grad Celsius, wie sie in Höhen von 10.000 und mehr Metern herrschen, noch flüssig bleibt.

Und das ist wiederum mit ein Grund dafür, warum die 747 von Virgin Atlantic lediglich ein ihr eigentlich unwürdiges Hüpferchen von 350 Kilometer über die Nordsee machen darf. Dennoch soll der Flug, an dem keine Passagiere teilnehmen werden, den Ingenieuren Unternehmensangaben zufolge "wichtige Erkenntnisse für die Zukunft" liefern. Branson ist über den Firmenzweig Virgin Green Fund seit dem Jahr 2006 selbst im Geschäft mit Biobrennstoffen aktiv und kündigte an, zehn Jahre lang die Gewinne seiner zahlreichen Fluggesellschaften sowie der eigenen Eisenbahnlinien in Großbritannien (Virgin Trains) als Investitionen in diesen Bereich fließen zu lassen. (pmz/c't) Quelle HEISE ONLINE

 

20.01.08
Sonntag, wieder Regen, oder immernoch? Egal, lange geschlafen, gelesen und DVD's geschaut und mit Freunden in der Heimat gechattet... Bilder hochgeladen und wieder ab ins Bett. Nicht sehr spannend, aber es war einfach kein Tag um rauszugehen..

 

21.01.08
Die 3te Woche beginnt in Shanghai. Es hat aufgehört zu regnen und man kann auch etwas blauen Himmel sehen. Tag im Office, Wochenplan aufgestellt und Schreibkram erledigt.
Habe um die Ecke 2 leckere Sachen entdeckt. Einmal eine Bäckerrei, wo man sehr leckeres französisches Baguette kaufen kann, zum anderen ein Italienisches Restaurant, in dem zwar kein einziger Italiener ist/arbeitet und auch fast kein Englisch gesprochen wird, das essen aber super ist, vom Geschmack und vom Preis. Hier werd ich öffter herkommen.
Zum Abschied habe ich dann noch dem Chef und seinen Angestellten etwas Italienisch gelernt :)
BUON GIORNO und
ARRIVIDERCHI. Sau witzig, wie sie alle um das Blatt gestanden sind und versucht haben, es richtig auszusprechen. Das nächste mal frag ich sie ab :))

23.01.08
Wieder nen Tag im Office, es kommen grad noch jeden Menge Muster rein, die jetzt vor Chinese New Year ( 6 Feb) noch schnell fertig gemacht werden, bevor sich halb China auf den Weg kreuz und quer durchs land macht, um ihre Familien zu besuchen..
Abends dann noch ins ZAPATAS, mit nen paar Leuten von letzer Woche getroffen und jemanden aus MÖSSINGEN kennengelernt, dem Kaff, in das ich im Oktober selbst gezogen bin..... Ist das nicht unglaublich! Und auch ein paar Leute aus Tübingen und Sigmaringen habe ich hier kennengelernt... die Welt ist echt ein Dorf!!!

24.01.08
Heut gabs mal wieder ne Fahrt mit dem Auto in eines der Randbezirke von Shanghai, um eine neue Firma anzuschauen. Sie hat mir sehr gut gefallen, der Inhaber sprach fast fliessend englisch und auch sonst war die Firma echt gut. Mal schaun, ob es zu einer zusammenarbeit kommt...
Der Fahrer ist mal wieder geheizt, teilweise wie ein Irrer. 40 erlaubt, er hatte 3 Leute im Auto, also hat er die 40km/h mal 3 genommen und ist mit 130 Km/h durch die City gerast.. natürlich nicht die ganze Strecke, aber stellenweise, incl. Überholen auf dem Standstreifen und 10 mal die Spur wechseln innerhalb von 30 Sec. Hab mal wieder gefilmt, weiss aber noch nicht, wie der Film geworden ist.. versuche das dann mal irgendwie hochzuladen, wenn es etwas geworden ist.
Später noch ins Büro und dann zum warme Sachen kaufen, denn wir fahren die nächsten 2 Tage in eine Gegend, wo es recht kalt ist und ich will mich ja nicht gleich wieder erkälten. Bin also morgen das erste mal über Nacht nicht in Shanghai, mal schaun, was so auf mich zu kommt..
Greezzz

25.01.08 + 26.01.08
Morgens ab zum Bahnhof, meine Cheffin noch abgeholt und dann rein in den Zug.. was mal garnicht so leicht war, denn momentan ist "Vorreisezeit" von Chinesisch Neu Jahr CNY. Das ist ungefähr so wie bei uns Weihnachten, halb China packt die Sachen und fährt heim zur Familie. Und da das hier ja alles etwas größer ist und großteils noch nicht so ausgebaut wie bei uns in Europa, beginnt hier schon Wochen vorher das Reisen mit Sack und Pack. Muss da die Tage noch Bilder von machen
.
Da schliessen dann auch so gut wie alle Firmen, die Produktionen werden eingestellt und der Großßteil der Menschen macht sich auf den Weg.
In Wuxi angekommen mussten wir dann noch mal ne knappe Stunde zur fabrik fahren, wo wir dann bis in die Nacht hinein kontrolliert haben. Um 1 waren wir dann endlich im Hotel (welches sehr schön war) und morgens um 8 gings schon wieder weiter. Vorher noch ein sehr leckeres Frühstück gehabt, sehr europäisch und mal ne willkommene Abwechslung zum normalen Frühstück hier im Appartment.
Als wir dann aus dem Hotel raus sind, sahen wir, das es über Nacht ca 10cm geschneit hatte. OK, für uns Deutsche ist das ja nix neues, hier drüben im Osten von China schneit es allerdings nur sehr selten und wenn, dann bleibt kaum was liegen. Anders heute...  Alle natürlich mit Sommerreifen oder Slicks unterwegs, denn hier gibt es ja auch nicht sowas wie nen TÜV oder so, hier wird gefahren, bis das Auto unterm Hintern wegbröselt!!!
Es war also Slalom auf der Schnellstrasse angesagt, da links und rechts die LKW's und Autos liegengeblieben sind oder Unfälle waren oder weil per Hand auf der Strasse schneegeschippt wurde oder Fussgänger rumliefen oder sogar ein Geisterfahrer auf der anderen Seite fuhr, neben uns, und dann zu uns rüber kam, und zwar nicht, um auf unserer Seite weiterzufahren... NEIN, der fuhr auf unserer Seite wieder als Geisterfahrer zurück!!!!!! CHAOS pur oder aber auch CHINA EXTREM.
Den ganzen Tag wieder gearbeitet, dann am Abend endlich heim. Die Schnellstrasse war schon gesperrt (es hat den ganzen Tag weitergeschneit) also sind wir über die Dörfer zurück in die Stadt und dann ab zum Bahnhof, wo wieder Reisechaos herrschte..

Deutscher Stammtisch in Shanghai Club MUSE Waschbecken im Club Mao


Back in Shanghai gings nur kurz ins Appartment, schnell umgezogen und dann ab auf die Piste, war ja schliesslich Samstag Abend.
Als erstes gings ins SERVUS VIENNA, wo ein "Deutschsprachiger Monatsstammtisch" immer am Ende vom Monat stattfindet. Dabei wieder nen paar bekannte Gesichter getroffen und auch wieder nen paar neue Leute kennengelernt. Mit 10 Leuten gings dann erst ins MUSE, nem sehr stylischen Club, wo allerdings sehr viele Asiaten waren und nur HipHop lief. Da mussten wir dann weiter, da das nicht so unser Ding war. Also ab ins MAO, wo schöner House, Electro und Deephouse gespielt wurde. Fein fein fein, ordentlich gefeiert und dann mogens nach Hause. Super Witzig, der Taxifahrer hat bei jedem Stopp mit breitem Grinsen die Schneeflocken auf seiner Windschutzscheibe beobachtet! :)
Da es Sonntag nun auch in Shanghai nur geschneit hat, bin ich gleich den ganzen Tag im Bett geblieben.

28.01.08
Eigentlich sollte es heute nach Nanjing gehen, um eine neue Firma zu besuchen.
Da aber heute das Schneechaos auch Shanghai erreichte, blieb uns nichts anderes übrig, als im Office zu bleiben, da in Nanjing der ganze Auto und Busverkehr lahmgelegt war.
Doch auch im Office gab es den ganzen Tag was zu tun. Abends dann noch tolle beheizbare Socken gekauft, damit ich die nächsten Tage keine kalten Füße bekomme, da ich wieder zu der selben Firma von letzer Woche muss, um die restlichen Muster abzunehmen.
Als ich dann Abends in mein Appartment kan, war die Batterie von der Fernbedienung für die Klimanalage leer. Also Housekeeping gerufen und da kam dann auch gleich eine vom Service, die die Fernbedienung abgeholt hat um sie auszutauschen. Als sie gerade rausging, bemerkte ich es.... Sie hat noch ordentlich in meinem Zimmer einen fahren lassen!!! Super!!!
Da erlebt man was in diesem China, Spannung, Spiel und Überraschung!!

 

29.01.08

Heute sollte es also zu der Firma von letzer Woche gehen, um die restliche Produktion abzunehmen... tja, denkste Puppe.
Am Bahnhof angekommen waren wir plötzlich inmitten den Chaos gelandet.
Es hatte über Nacht weiter geschneit und somit hatte sich die Lage noch verschärft. Fuhren Gestern, Montag noch Züge in die Richtung ( die Provinz_______ lieg nördlich von Shanghai), war heute richtung norden alles dicht.
Durch den nassen Papschnee sind viele Bäume und Strommasten umgeknickt und die Stromversorgung ist zusammengebrochen. Auch vielen Fabrikhallen droht der Einsturz, womit auch noch das ganze Land voller Militär und Polizei ist, die alle Hände voll zu tun haben.
Da dadurch auch die Züge nicht mehr fahren konnten, wurden die Bahnhöfe gesperrt, da schon zu viele Leute darin die Nacht verbracht hatten und alles überfüllt war. Das haben wir Deutschen näturlich nicht verstanden, so gut ist mein Chinesisch noch nicht.
Vor dem Bahnhof in Shanghai also Chaos pur! Massig fluchender, drängelnder und Rempelder Asiaten, die sich alle auf den Weg in die Heimat aufmachen wollten. Problem an der Sache ist, das die Teilweise das Ganze Jahr auf die Tickets sparen und nun die Züge ausgefallen sind. Die Tickets verfallen dann natürlich und die Leute sitzen überall fest.
Über all Dreck, kaputte Regenschirme, Räder von Trolleys oder ganze Kofferteile, Müll, Essensreste, weinende Babys, Menschen über Menschen mit Koffern, Taschen, Beuteln, einfach unvorstellbar. Selbst meine Cheffin, die nun schon seid über 13 Jahren in vielen Ländern dieser Erde unterwegs war, hat noch nie soetwas erlebt.
So haben wir also erstmal versucht, uns durch die Menschenmassen in den Bahnhof zu drängeln, da ja unser Zug bald fahren sollte. Das Problem war, das da ne kleine Armee angerückt war und den Bahnhof komplett abgeriegelt hatte. Hunderte Menschen drängelten an der Komplettabsperrung und einige wurden auch übers Gitter gehoben, keine Ahnung warum, aber das brachte uns natürlich zu der Ansicht, das wir auch rein könnten. Nix wars...
Nach 20 min wildem Gedrängel, auf Soldaten eingerede (und ihnen dabei meine Bahnkarte unter die Nase haltend) haben wir es dann aufgegeben. Da wir eigentlich unbedingt zu der Firma mussten, wollten wir mit nem Leihauto fahren, was bei den Witterungsbedingungen ca 3 - 5 Stunden bedeutet hätte.
Doch auch daraus wurde nichts, denn wir bekamen auch noch die Info, das der Strassenverkehr ausserhalb der Städte bereits am Montag zusammengebrochen war und die Autobahn geschlossen wurde.
Somit also zurück ins Office und einen Tag im Office verbracht.... und ich hatte trotzt beheitzbarer Socken kalte Füsse, da ich noch keine Batterien gefunden habe..
Gerade sitz ich wieder bei meinem Lieblingsitaliener, hab es mir gut schmecken lassen und werde mich nun auf den Heimweg machen.
Morgen gehts dann in den Süden, vom Südbahnhof aus, da haben wir dann hoffentlich mehr Glück.....

China leidet unter dem schlimmsten Schneechaos seit 50 Jahren. Die Bilanz der vergangenen Tage ist düster: Immer mehr Todesopfer, Hunderttausende Passagiere, die an Busstationen, Flughäfen und Bahnhöfen gestrandet sind, kletternde Lebensmittelpreise und Kohle- und Energieknappheit, wie es sie in den meisten Regionen noch nie gegeben hat. Am Dienstag kamen bei einem Busunglück mindestens 25 Menschen ums Leben. Das überfüllte Fahrzeug war von einer vereisten Bergstraße abgekommen und 40 Meter tief in ein Tal gestürzt. Menschen starben auch, als ihre Häuser unter den Schneemassen einstürzten. Das Chaos kommt ausgerechnet zur stärksten Reisezeit vor dem traditionellen chinesischen Neujahr, dem wichtigsten Familienfest des Landes. Nach Angaben der Behörden sind 78 Millionen Menschen in 14 Provinzen Süd-, Zentral- und Ostchinas von dem Unwetter betroffen. (Quelle N24)

Schneesturm über Shanghai Chaos am Shanghai Haupt-Bahnhof Sonne über Shanghai nach dem Sturm


30.01.08
Mittags ab zur Shanghai Trainstation South. Auch hier herrscht Chaos, auch wenn nicht so schlimm wie gestern an der Mainstation. Hier fahren wenigstens einige Züge richtung Süden. Aber auch hier stecken tausende Menschen im Bahnhof fest. Da auch einige Züge verspätet oder ausgefallen sind, wird überall campiert, in Zwischengängen, an den Seitend er normalen Gänge, in den Wartehallen. Und ich mittendrin, da ich noch zu nem Geschäftstermin nach Hang Zhou muss. Das beeindruckende war dann aber, das obwohl alles nach Chaos aussieht, die Kontrolle der Tickets und das EInsteigen in die jeweiligen Züge reibungslos verläuft und die Züge, die Fahren, keine Verspätung haben.


Shanghai Trainstation Süd, campieren im Seitengang

Hang Zhou Trainstation, die Vorhalle


Alles läuft nach plan, zwar mit viel Gedrängel, aber es geht doch vorwärts. Zum Termin in die Firma mussten wir dann noch ne gute Stunde mit dem Auto fahren. Als wir Abends zurückkamen, hatten sich die Menschenmassen am Hang Zhou Bahnhof vervielfältigt. Natürlich hatten wir keine Ahnung, wo hin, da es ein einziges Gewimmel war.
Also fragten wir einen der Soldaten, wo wir hin müssen. OK, was heisst fragen, Ticket unter die Nase halten und fragenden Gesichtsausdruck machen. Der schaut auf das Ticket und bedeutet uns, mitzukommen..... vorbei an einer riesigen Schlange, direkt vorne an den Soldaten und Polizisten vorbei, rein in den Bahnhof, Koffer und Taschen durch die Röntgenschleuse (wie am Flughafen, ist üblich in China) und schon waren wir in der Wartehalle für unseren Zug. Glück gehabt, aber das muss man auch haben. Unser Zug fuhr pünklich und Abends waren wir dann wieder in Shanghai.
Ich hab mich auf dem Heimweg dann noch in der Stadt absetzen lassen und hab mich im ZAPATAS noch mit ein paar Leuten getroffen und wieder einige neue Leut kennengelernt... Das war mal wieder ein Tag.....

31.01.08
Tag im Office, Samples anschauen. Ich bin sehr froh, das ich nicht wieder raus ins Chaos muss..... und es soll ja noch schlimmer werden in den nächsten Tagen. Ich hoffe, mein Flieger geht am 6ten Feb raus aus SH, back nach Deutschland.. und wenn ich am 18/19 Feb wiederkomme, hat sich hoffentlich alles wieder beruhigt. na ja, wir werden sehen.
Greezzz aus Shanghai, morgen gehts dann auf einer neuen Seite weiter.....


Weiter zu TEIL 2

 

 
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